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Neujahrskonzert 2005



Donnerstag 13. Januar 2005 Kultur DB / Seite 7

Ein wunderbarer Auftakt

Viel beachtetes Neujahrskonzert des Kulturkreises Schwarzenbruck --mehr--

Mit dem Titelblatt des Programmheftes wird unterstrichen, daß ob der Trauer welches ein Requiem beinhaltet, das Leben mit all seinen reichhaltigen Facetten weiter geht. Dieses Bild soll uns wieder Hoffnung und Zuversicht geben.

Das Titelblatt wurde gestaltet von Rüdiger Keuth.

Wenn Sie das Bild anklicken sehen Sie es vergrößert.

Es war alles geboten: wunderbare Musik, hochklassige Solisten, ein bravouröses Orchester und ein hervorragender Chor. Zum Neujahrskonzert hatte der Kulturkreis Schwarzenbruck wieder ein erstklassiges Programm auf die Beine gestellt, das sich hören lassen konnte.

In der katholischen Sankt Josef-Kirche in Schwarzenbruck stand dieses Jahr Mozart auf dem Programm - sein berühmtes Klarinettenkonzert in A-Dur und sein letztes Werk, das Requiem in
d-Moll. Unter der Gesamtleitung von Martina Schleicher spielten und sangen der Soloklarinettist Sebastian Manz, Monika Tepee (Sopran), Norma Lerer (Alt), Erwin Feith (Tenor) Waldemar Wild (Bass), das Öttinger Bachorchester unter Leitung von Günter Simon und der Chor der Kantorei Schwarzenbruck. Vor vollem Haus boten sie einen eindrucksvollen Hörgenuss.

Um das Requiem ranken sich viele mystische Geschichten. Es ist Mozarts letzte Arbeit, die sein Schüler Franz Xaver Süßmayr vervollständigte. Mozart, selbst dem Tod nahe, drückt darin seine Einstellung zum Sterben aus. Der Tod hat nichts erschreckendes, er ist der Schlüssel zur wahren Glückseligkeit. In seiner Musik formt er die Zerissenheit zwischen der Gewissheit des Sterbens und der individuellen Heilserwartung. Gerade diese Gefühle ließ der Chor unter Leitung von Martina Schleicher eindringlich nachempfinden. Herausragend war seine furiose Interpretation des
"Dies irae ". Beim "Tag des Zorns" war dieser richtig zu spüren. Toll, wie die Spannung anschwoll, die Härte akzentuiert herausgearbeitet wurde. Besonders eindrucksvoll sang der Chor auch die Passage des "Voca me" im Confutatis - gedämpft, gedeckt aus der Tiefe rufend und das "Lacrimosa". Mit der unglaublichen Zuversicht auf das Ewige im "Lux aeterna", dem Eingehen auf das ewige Licht, endete die Totenmesse. Als Solisten begeisterten Monika Tepee (Sopran), Norma Lerer (Alt), Erwin Feith (Tenor) Waldemar Wild (Bass). Sie sangen ihre Soloparts mit Intensität, stimmlich und gestalterisch auf hohem Niveau. Sie beeindruckten gerade auch in den mehrstimmigen Parts. Dem hohen Anspruch des Requiems wurden die Sängerinnen und Sänger des Chors voll gerecht. Sie meisterten bravouriös die Schwierigkeiten der polyphonen Fugen, der schnellen Tempi und behielten dabei Mozarts typische Leichtigkeit.

Dem Requiem vorausgegangen was das Konzert für Klarinette in A-Dur. Mit dem Klarinettisten Sebastian Manz hatte die Kantorei Schwarzenbruck einen ausdrucksvollen und vielversprechenden jungen Musiker im Ensemble. Die gegensätzlichen Stimmungen, die verschiedenen Stile, den häufigen Wechsel von Dur nach Moll interpretierte Manz hervorragend und technisch perfekt. Die sanften, leisen Töne des wunderbaren Adagios brachte er mit großem Einfühlungsvermögen zum Klingen.

Ein Jahr lang hatte sich der Chor auf das Konzert vorbereitet, viel minutiöse Arbeit steckt in der gelungenen Aufführung. Begeisterer minutenlanger Applaus war der Lohn für diesen Einsatz. Das Neujahrskonzert war ein wunderbarer Auftakt, der auf die kommenden Veranstaltungen neugierig macht. Das Programm für das Konzert zum Jahresanfang 2006 steht schon fest: Die Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach.

DOROTHÉE KRÄTZER

 


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Last update 23.01.2005